Ansteckende Blutarmut bei Pferden

Ansteckende Blutarmut bei Pferden
Das Veterinäramt informiert: Noch keine Fälle in TF - Wie Pferdehalter die Tierseuche vermeiden können.

In Nordrhein-Westfalen kam es im August zu einem Ausbruch der ansteckenden Blutarmut bei Einhufern (Equine infektiöse Anämie - EIA), ausgehend von einem Pferd, das zur Plasmaspende verwendet wurde. Da es sich bei der EIA um eine hochansteckende Krankheit handelt, wurden umfassende epidemiologische Ermittlungen eingeleitet sowie Proben von 2073 ansteckungsverdächtigen Pferden genommen und untersucht. Sechs seuchenverdächtige Pferde mussten getötet werden, Bestandssperren und Sperrgebiete wurden eingerichtet und sind zum Teil noch nicht aufgehoben.
Im Landkreis Teltow-Fläming ist ein ähnlicher Fall noch nicht aufgetreten. Damit dies so bleibt, informiert das Veterinäramt hiermit alle Pferdehalter über die Tierseuche.

Die Krankheit: Auftreten, Übertragung, Symptome
Bei der EIA handelt es sich um eine Viruserkrankung der Pferde, Ponys, Esel, Maulesel, Maultiere sowie Zebras. Die Krankheit befällt mehrere Organe. Der Erreger, das EIA-Virus, vermehrt sich in Blutzellen. Das Virus ist weltweit verbreitet, gehäuft tritt es in bestimmten Regionen in Nord- und Südamerika, Afrika, Asien, Australien sowie Süd- und Osteuropa auf. Deutschland gehört nicht zum Verbreitungsgebiet, es kommt jedoch sporadisch zu einzelnen Fällen bzw. Ausbrüchen. Auslöser sind meist importierte Pferde aus Rumänien.

Hauptüberträger des Virus sind blutsaugende Insekten (Bremsen, Stechmücken und Stechfliegen). Infizierte Tiere scheiden das Virus mit dem Kot und Sekreten wie Speichel, Milch und Sperma aus.

Ein akut erkranktes Tier leidet unter Fieber, Blutarmut, Apathie und Punktblutungen, vor allem an der Zungenunterseite, den Schleimhäuten, und Lidbindehäuten. Bei der chronischen Verlaufsform sind Erkrankungsschübe mit Fieberanfällen, Abgeschlagenheit, Abmagerung, Ödembildung sowie Fehlgeburten zu beobachten. In 30 bis 90 % der Fälle treten keine Krankheitssymptome auf; die Tiere bleiben klinisch gesunde Virusträger.

Menschen werden nicht angesteckt.

Im Falle einer Erkrankung:
Pferde und andere Einhufer, bei denen die Krankheit mittels Blutuntersuchung nachgewiesen wird, müssen getötet werden, da das Virus über blutsaugende Insekten weiterverbreitet werden kann. Außerdem muss das Blut der infizierten Tiere und jener, die mit ihnen in Kontakt gekommen sein könnten, untersucht werden. Befallene Bestände und Bestände von Kontaktbetrieben werden vom Veterinäramt gesperrt. Weitere Maßnahmen wie die Insektenbekämpfung müssen eingeleitet werden.

Schutz der Tiere vor Ansteckung:
Ein Impfstoff gegen die Krankheit steht nicht zur Verfügung. Bevor neue Pferde in den Bestand eingebracht werden, sollte deshalb die Herkunft der Tiere überprüft werden. Im Zweifel ist eine Blutuntersuchung (wenn möglich vor Einstallung) auf EIA zu empfehlen. Bei importierten Pferden aus gefährdeten Gebieten sind Quarantänemaßnahmen durchzuführen. Von Reisen, Turniereinsätzen u. ä. in Gebieten, in denen die Krankheit aufgetreten ist, sollte abgesehen werden. Sollte dies unvermeidlich sein, ist davon auszugehen, dass eine Blutuntersuchung der Pferde auf EIA gefordert wird. Grundsätzlich sollte der Kontakt der Pferde mit Insekten so gering wie möglich sein, um eine Verbreitung der Krankheit zu verhindern. Dazu sollten die Tiere nicht in der Abend- und Morgendämmerung auf der Weide gehalten werden. Das Auftragen insektenabwehrender Mittel (Repellentien) und eine gründliche Hygiene im Stall wirken ebenfalls vorbeugend.

Pflichten der Pferdehalter:
Jeder Halter von Einhufern – und somit auch der Pferdehalter - ist verpflichtet, seinen Bestand beim zuständigen Veterinäramt anzuzeigen. Das ist in der Viehverkehrsverordnung festgelegt.

Das Tierseuchengesetz und die Verordnung zum Schutz gegen ansteckende Blutarmut der Einhufer schreiben vor, dass der Halter den EIA-Ausbruch oder den Verdacht dem zuständigen Veterinäramt anzeigen muss.

Weitere Informationen:
Für weitere Fragen steht Ihnen das Veterinäramt unter der Telefonnummer (03371) 608 2200 oder per E-Mail unter veterinaeramt@teltow-flaeming.de zur Verfügung.