DIE GRÖßTEN UND ÄLTESTEN LEBEWESEN KLEINMACHNOWS .

Jeder möchte sie erhalten, so lange wie möglich. Wie das geht wissen Experten. Denn darüber wurden in
den letzten Jahrzehnten äußerst verschiedene, wohlklingende Theorien aufgestellt, deren Wert für Straßenbäume
unumstritten ist.
So haben Mitglieder und Freunde des Fördervereins Landschaftsschutzgebiet
Buschgraben-Bäketal heute beschlossen, keine dieser Baumschnitt-Theorien zu
bevorzugen Wir möchten zwei Eichen im Naturschutzgebiet, dem Wald zwischen
dem Weinberg und alten Bäke-Verlauf, eine natürliche Entwicklung ermöglichen.
Das Natürlichste ist aber auch im Naturschutzgebiet umstritten.
Es ist nur dann möglich, wenn herabstürzende Äste dieser alternden Bäume keinen
Spaziergänger auf den Waldwegen verletzen oder gar töten können, soweit ist
alles noch umumstritten.
Der Förderverein Landschaftsschutzgebiet Buschgraben-Bäketal ist in Konflikt geraten,
weil seine Mitglieder vorschlagen die Wege so zu verlegen, dass derartige
Ereignisse praktisch unmöglich werden, für Wanderer, die die Wege benutzen. Das
ist eine altbekannt Forderungen zum Erhalt von Methusalem-Bäumen die, wo es
möglich ist, immer häufiger umgesetzt wird.
Die Gemeinde hat jedoch inzwischen den leider immer noch üblichen Weg gewählt und möchte in den nächsten Wochen die Kronen der Alteichen nach einer der gerade gängigen Methoden schneiden lassen. Wenn dieser Schnitt besser als die vor kurzem durchgeführte „Pflegemaßnahme“ verläuft, könnte das im günstigen Fall auch die Lebenszeit der Altbäume nur
wenig beeinflussen, unter optimalen Bedingungen sogar verlängern.
Wenn es so abläuft wie bisher, ist die Überlebenswahrscheinlichkeit der ältesten Lebewesen in Kleinmachnow jedoch schlagartig verringert. Das möchten wir nicht riskieren.
Wenn die Bäume diese Prozedur überleben und wie versprochen kräftiger austreiben, wird also bald wieder ein Schnitt fällig sein, weil die Belastungen am Stamm schnell wieder ansteigen werden.
Eine physikalisch fundierte Sicherheitsregel für alle Gefahrensituationen lautet: „Der beste Schutz ist der
Abstand von der Gefahrenquelle“.
In diesem Fall ist das auch unsere Forderung, nebenbei ist es auf die
Dauer auch die preiswerteste Lösung.
Bei der Eiche neben dem Weinberg-Gymnasium muss der Zaun im Waldbereich des Grundstücks für eine
neue Wegführung oberhalb der Alteiche verschoben werden. Die in der Schule und in der Gemeinde Verantwortlichen
sollten diesem Vorschlag zustimmen und mit dem Verzicht auf wenige Quadratmeter unbebaubaren
Wald den Weg für Schülern sicher machen. Die Schüler und die nächsten Genrationen haben damit
auch die Möglichkeit Lebewesen kennenzulernen, unter denen die Untertanen Friedrichs des Großen
Schatten fanden und unter denen die Soldaten, die gegen Napoleon bei Großbeeren kämpften, sich ausruhen
konnten. Einen anschaulicheren Geschichtsunterricht vor der Haustür gibt es selten.
Bei der anderen Eiche sollten Erlen, die jetzt im Bereich von einem neu anzulegenden Umgehungswege aufgewachsen
sind, gefällt werden. Jahrhunderte lang entwickelte die Eiche ihre markante Körperform, weil sie allein ohne Nachbarbäume aufwuchs.
Durch die Beseitigung der Erlen bekäme der mittlere und untere Stammbereich mehr Licht, dann treiben mehr
Stammreiser aus, die wurzelnah Assimilate bilden, die dringend für den Erhalt der Wurzel benötigt werden, weil
die Kronenäste ausgelichtet sind oder beschnitten wurden und deshalb weniger liefern.
Es wurde beschlossen Gespräche zu führen um diese Vorschläge durchzusetzen.
Vorerst ist jedoch wichtig nach dem bereits erfolgten Astrückschnitt
keine weiteren mit dem Förderverein Landschaftsschutzgebiet
Buschgraben-Bäketal unabgestimmten Kroneneinkürzungen durchzusetzen.

Dr. Achim Förster, Bemerkungen zu der Ortsbegehung des Fördervereins Landschaftsschutzgebiet Buschgraben-Bäketal am 15.1.2012