Elche in Brandenburg -

Elche in Brandenburg - Signale vom
König der nordischen Wälder

Potsdam – Im Auftrag des Brandenburger Agrarministeriums soll bis
zum Jahresende e
in von der Forschungsstelle Wildökologie und Jagdwirtschaft
beim Landeskompetenzzentrum Forst Eberswalde begleiteter
Managementplan
„Strategien und Handlungsbedarf beim Umgang mit
zuwandernden Elchen“ aufzeigen. Auch wenn der „König der Wälder“
des Nordens
gegenwärtig in Brandenburg nur zeitweise und regional
begrenzt
in wenigen Exemplaren gesichtet wird, sollen Förstern, Jägern,
Landwirten, Waldbesitzern, Naturschützern und Verkehrsexperten schon
jetzt erste
Hinweise gegeben werden, um auf eine Wiederkehr der größten,
heute lebenden Hirschart vorbereitet zu sein.

Das Land reagiert damit auch auf Forderungen des Landesjagdverbands sowie
des NABU, in Brandenburg rechtzeitig Handlungsempfehlungen für den
dem Jagdrecht unterliegenden Elch zu erarbeiten, um – ähnlich wie beim Wolf
- Konflikten möglichst frühzeitig zu begegnen. Nach Bayern ist Brandenburg
damit das zweite Bundesland, welches das Thema zuwandernde Elche wissenschaftlich
und praxisbezogen begleitet.

Der Elch-Managementplan dient ausdrücklich nicht dazu, die Ansiedlung dieser
Schalenwildart aktiv zu befördern. Brandenburg gilt aufgrund seiner Zersiedelung
seit Jahrhunderten nicht mehr als idealer Lebensraum für den Elch.
Handlungsbedarf sehen Fachleute heute aber vor allem in Fragen der Verkehrssicherheit
und bei der Kompensation von Wildschäden.

Wurden zu DDR-Zeiten die wenigen Elche, die es westlich über Oder und
Neiße bis in die Mark schafften, erlegt, so gilt heute für die jagdbare Tierart
eine ganzjährige Schonzeit. In der Folge halten sich einige der Großsäugetiere
länger im Brandenburgischen auf – nach Schätzungen bis zu zwei Jahre.
Ob Elche dauerhaft hier heimisch werden beziehungsweise über kurz oder
lang wieder ostwärts ziehen, muss geklärt werden.

Insgesamt 72 Sichtungen, von denen etliche offenkundig dieselben Tiere
betreffen, wurden im Land Brandenburg seit 1990 registriert.

Schwerpunkt der Meldungen sind die ostbrandenburgischen Landkreise entlang
von Oder und Neiße, insbesondere der Landkreis Oder-Spree.
Die Statistik weist acht Totfunde seit der Wende auf. In einem Fall, im August
2000 zwischen Byhleguhre und Burg, kam es bereits zu einem schweren Verkehrsunfall.
Der beteiligte Linienbus musste danach aus dem Verkehr gezogen
werden. Für den Elch endete der Crash tödlich.

Kontaktanzeigen erwünscht
Zur Verbesserung der Datengrundlage können alle beitragen, die einen Elch in
der Region sichten.

Meldungen, Fotos, Handyvideos, Videos von Elchen in Brandenburg sowie in
benachbarten Bundesländern beziehungsweise Nachbarwojewodschaften nimmt
die beauftragte Projektkoordinatorin beim Landeskompetenzzentrum gern entgegen:

Landeskompetenzzentrum Forst Eberswalde
Alfred-Möller-Straße 1
D - 16225 Eberswalde
Forschungsstelle Wildökologie und Jagdwirtschaft
Diplombiologin Ina Martin
Telefon: 03334/ 27 59 153
Mail: Ina.Martin@lfe-e.brandenburg.de
Fax: 03334/ 27 59 206
Auslandsvorwahl: 0049