Engagiert für Fledermäuse

Ehrenamtliches Engagement im Naturschutz wird dieser Tage im Landkreis Teltow-Fläming gewürdigt. So erhält Familie Franke aus Altsorgefeld die Plakette „Wir geben der Fledermaus ein Haus“. Die Auszeichnung wird erstmals im Landkreis Teltow-Fläming verliehen und am 8. Juli durch Dahmes Amtsdirektor Frank Pätzig und den Leiter des Umweltamtes Teltow-Fläming, Dr. Manfred Fechner, überbracht. Mit dieser Plakette will das Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz Menschen öffentlich danken, die Fledermäusen sowohl im Sommer als auch im Winter Quartier gewähren.



Familie Franke hatte sich bereits im September 1996 an die untere Naturschutzbehörde des Landkreises Teltow-Fläming gewandt, da sie das Dach ihres Hauses neu decken wollte. Dort, in der alten Schule des Ortes, haben seit vielen Jahren Fledermäuse ihr Quartier und sollten es auch behalten. So wurden bei den Dachdeckerarbeiten wunschgemäß die Gewohnheiten der Fledermäuse berücksichtigt, sodass die Tiere 1997 ihr Sommerquartier wieder beziehen konnten.



Rund 30 Weibchen der Breitflügelfledermäuse nehmen im Mai im Dachstuhl von Frankes Haus, der alten Schule von Altsorgefeld, Quartier. Sie bringen in der Regel je ein Jungtier zur Welt. Diese sind dann Anfang bis Mitte Juli flugfähig. Eine solche Ansammlung von Fledermausmüttern und ihrem Nachwuchs nennt man Wochenstube.



Um mit den „Hinterlassenschaften“ der Fledermäuse zurechtzukommen, haben Hannelore und Hermann Franke auf dem Dachboden unter den Haupthangplätzen der Fledermäuse Folie ausgelegt. Somit sind die Reinigungsarbeiten schnell erledigt, der Kot dient im Garten als Dünger. Da die Fledermäuse sich von Mücken, Fliegen und Nachtschmetterlingen wie dem Eichprozessionsspinner ernähren, sind sie gern gesehene Gäste.



Familie Frankes Engagement für die Tiere wird nun mit der Auszeichnung „Wir geben der Fledermaus ein Haus“ gewürdigt. Die erste Plakette der Aktion ging am 3. März 2009 an das Internat der Sportschule in Potsdam. Vor und nach der Sanierung des Hochhauses überwintern dort über 2000 Große Abendsegler. Dies ist der umfangreichste bekannte Bestand in Brandenburg.



Übrigens stammt die erste Verordnung zum Schutz von Fledermäusen in Deutschland bereits vom 21. Mai 1798. Schon damals hatte man die Nützlichkeit der Tiere erkannt. Das Hessische Oberforstamt hatte daraufhin eine Verordnung erlassen, nach der „bis zu 10 Thaler“ Strafe verhängt werden konnten, wenn man den Fledermäusen Übles tat.