Für Pilzsammler:

Die Pilzsaison hat im Landkreis Teltow Fläming längst begonnen. Durch die idealen Wetterbedingungen sprießen Marone, Steinpilz, Rotkappe & Co. sprichwörtlich aus dem Boden. Doch so lecker eine Pilzmahlzeit auch schmecken mag - vor dem Genuss sollte immer die Information stehen. Das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Landkreises Teltow-Fläming rät Pilzsuchern, sich über aktuelle Einstufungen zu informieren bzw. eine Pilzberatung in Anspruch zu nehmen.

Bis vor Jahren galt beispielsweise der Grünling oder "echte Ritterling" (Tricholoma equestre) als bekömmlicher Speisepilz. Seit 2002 wird er jedoch als potenziell tödlich giftig eingestuft. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät vom Verzehr des Grünlings ab, da dies zu Vergiftungserscheinungen führen kann. In einigen Fällen kann es bei empfindlichen Personengruppen zu einem Zerfall und Abbau von Muskelzellen kommen. Diese als Rhabdomyolyse bezeichnete Erkrankung äußert sich in Muskelschmerzen, Muskelschwäche und Müdigkeit. Schreitet die Rhabdomyolyse fort, treten unter Umständen Nieren- oder Herzversagen auf, was im schlimmsten Fall zum Tode führt.

Aus den genannten Gründen rät das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Landkreises Teltow-Fläming vom Konsum des Grünlings ab. Keinesfalls sollten größere Mengen allein und in aufeinander folgenden Mahlzeiten verzehrt werden.

Aber auch mit essbaren Pilzen kann man sich vergiften: Speisepilze, die zu alt, zu lange oder falsch gelagert sind, können Magen-Darm-Beschwerden verursachen. Die meisten rohen Speisepilze, außer Zuchtchampions, enthalten gesundheitsschädliche Substanzen. Waldpilze sollten daher vor dem Verzehr stets gut gekocht oder gebraten werden.

Aus Gründen des Naturschutzes dürfen Pilze nur für den persönlichen Bedarf gesammelt werden. Das gewerbliche Sammeln bedarf einer behördlichen Erlaubnis.

Bei einer Pilzvergiftung gelten folgende Verhaltensregeln:

- Gehen Sie unverzüglich zum Arzt oder rufen Sie sofort die Giftinformationszentralen an. Sie ist Tag und Nacht unter (030) 19240 zu erreichen.
- Geben Sie der betroffenen Person Tee, Wasser oder Saft zu trinken - keine Milch!
- Provozieren Sie keinesfalls Erbrechen. Kein Salzwasser geben!
- Heben Sie Pilzreste oder Erbrochenes auf. Dies ist unerlässlich für die Giftbestimmung.
- Bei allen Vergiftungen gilt: Keine Panik, Ruhe bewahren, Giftnotruf, Hausarzt oder Notarzt anrufen.