Grünbrücken

11. Juli 2013

Tierischer Nutzen: Erfolgskontrolle an neuen Grünbrücken

Eberswalde - Aus Mitteln des Konjunkturpakets II der Bundesregierung sind im letzten Jahr drei Grünbrücken über bestehende Autobahnen in Brandenburg fertig geworden. Damit sich die Wildtiere nach Abschluss der Bauarbeiten an die veränderte Situation in ihrem Lebensraum gewöhnen können und um die Funktionalität der Grünbrücken als Querungshilfen über die Autobahn nicht zu gefährden, hat sich der Landesbetrieb Forst Brandenburg als Waldbesitzer 300 Meter um die Brückenköpfe eine freiwillige Jagdruhe auferlegt.

Im Herbst 2012 begann die Erfolgskontrolle an den Grünbrücken über der A 9 (Potsdam-Mittelmark) und der A 13 (Dahme-Spreewald). Mit Hilfe einer Video-Überwachungsanlage wurden die Wildbewegungen im Zeitraum von September bis Dezember 2012 ermittelt. Als „tierische Nutzer“ konnten bislang Dam-, Schwarz- und Rehwild sowie Feldhase, Rotfuchs, Dachs, Waschbär, Marder, Marderhund und Hauskatze gesichtet werden. Die Überquerung der Autobahnen erfolgt fast ausschließlich nachts, die meisten Wildtiere ziehen ruhig oder sogar äsend über die Grünbrücken.

Störende Einflüsse von Menschen kommen auf beiden Grünbrücken in unterschiedlicher Intensität vor. Trotz seit Jahren vorhandener Wildschutzzäune passieren im Bereich der Grünbrücken beider Autobahnen Wildunfälle. Der bisherige Untersuchungszeitraum ist als Probephase zu betrachten, die Untersuchungen werden fortgeführt. In den wenigen Tagen soll auch auf der Grünbrücke über der A 12 (Oder-Spree) eine weitere Videokamera installiert werden.

An Brandenburgs erster Grünbrücke über der A 11 in der Uckermark läuft die Erfolgskontrolle zum Nachweis der Funktionalität des Bauwerks als Wildtierpassage bereits seit 2005. Dort konnten inzwischen über 40.000 Tierquerungen dokumentiert und ausgewertet werden. Hier gelang in der Nacht vom 23. zum 24. Oktober 2007 der Nachweis eines zurückgekehrten Schorfheide-Wolfs. Wie hier wird auch an den neu hinzu gekommenen Grünbrücken die Erfolgskontrolle zehn Jahre dauern und durch die Forschungsstelle für Wildökologie und Jagdwirtschaft am Landeskompetenzzentrum Forst Eberswalde (LFE) begleitet. Die Folgen der Zerschneidung von Lebensräumen sind seit längerem bekannt. Bei Neuplanungen von Verkehrswegen zählen Maßnahmen zur Biotopvernetzung bereits vielerorts zum Standard.

Weitere Informationen: Kornelia Dobiáš, Leiterin der Forschungsstelle für
Wildökologie und Jagdwirtschaft im Landeskompetenzzentrum Forst Eberswalde,
Telefon: 03334/275 91 59