Hitzewelle: Erste Waldbrände -

Die Hitzewelle wird wieder zum Stresstest für Brandenburgs Wälder. Bereits für heute gilt in den Landkreisen Prignitz, Ostprignitz-Ruppin und Potsdam-Mittelmark die höchste Waldbrandgefahrenstufe 5. In allen anderen Landkreisen ist die Stufe 4 – hohe Brandgefahr – ausgerufen.

„Die Gefahrenlage spitzt sich am Wochenende wieder zu“, so der Forstminister Jörg Vogelsänger: Mit dem weiteren Ansteigen der Temperaturen und dem teilweise kräftigem Ostwind rechnen wir damit, dass in weiteren Landkreisen am Wochenende auch die höchste Waldrandgefahrenstufe festgelegt wird.“ Der Landesbetrieb Forst Brandenburg ist auf die Situation gut vorbereitet.

Die rund 1,1 Millionen Hektar Wald werden seit einigen Jahren mit Kameras kontrolliert. Steigt irgendwo Rauch über den Baumwipfeln auf, erkennen die Sensoren die Rauchwolken bis zu einer Entfernung von 20 Kilometer. Sobald mehrere Kameras die Rauchwolken im Blick haben wird automatisch der Brandort ermittelt. Nur wenige Sekunden vergehen, bis die geschulten Mitarbeiter des Landesbetriebs Forst sich sicher sind und die Leitstelle der Feuerwehr alarmieren.

So wurden auch die meisten Brände in dieser Woche durch Kameras erkannt, zum Beispiel der Waldbrand am Donnerstagmittag in der Nähe von Baruth im Landkreis Teltow-Fläming. Zwei Hektar Kiefernbestand wurden hier durch die Flammen total zerstört.

Brandenburg führt seit vielen Jahren die Waldbrandstatistik in Deutschland an. Bereits 160 Brände gab es bisher in diesem Jahr in den heimischen Wäldern. Dabei wurden durch die Flammen 104 Hektar – das sind zirka 140 Fußballfelder - geschädigt. Bis auf einen Brand auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Jüterbog konnten die Brände sehr schnell gelöscht werden.

Umso wichtiger ist, den Waldumbau durch Pflanzung von Laubholz in den Kiefernbeständen zu fördern. Zur Waldbrandvorsorge gehören auch Maßnahmen wie der Bau von weiteren Löschwasserentnahmestellen im Wald oder die Instandsetzung von bestehenden Waldwegen. Dies wird das Land Brandenburg die Waldbesitzer auch in diesem Jahr finanziell durch Förderung unterstützen In den vergangenen 25 Jahren wurden 180 Millionen Euro Fördermittel für den Waldumbau, den vorbeugenden Waldbrandschutz und für forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse der Waldbesitzer ausgereicht.

„Feuermelder“ gesucht
Vogelsänger: „Je früher wir ein Feuer entdecken und je genauer wir die Lage bestimmen können, desto weniger Wald geht verloren. Das gute Zusammenspiel von Forstbehörde und Feuerwehr wird sicher an diesem Wochenende gefragt sein.“

Trotz der Gefahrenlage gibt es keine Veranlassung, die Wälder zu sperren - was angesichts der Tatsache, dass mehr als ein Drittel der Landesfläche Wald ist, ohnehin nur der berühmte Tropfen auf dem heißen Stein wäre. Mit 37,5 Prozent gehört Brandenburg zu den fünf Bundesländern mit dem größten Waldanteil an der Landesfläche. Der Waldanteil ist im Süden Brandenburgs mit 43 Prozent am höchsten und in der Mitte und im Norden mit 34 beziehungsweise 38 Prozent immer noch hoch.

Die Waldbesucher sind zusätzliche "Feuermelder", die mit ihren Mobiltelefonen ein Feuer über den Notruf 112 sofort melden sollten.

• Rauchen im Wald und in der Feldflur unterlassen!
• Im und am Wald (Mindestabstand 50 Meter) kein Feuer entzünden! Dazu gehört auch das Grillen an Seeufern.
• Keine glimmenden Zigaretten aus dem Auto werfen!
• Brände sofort der Feuerwehr (Notruf 112) oder der Polizei (Notruf 110) melden

Das Brandenburger Forstministerium informiert über seine Internetseite über die jeweils aktuell geltenden Waldbrandgefahrenstufen, die seit 2014 bundesweit in fünf Levels erfasst werden.

http://www.mlul.brandenburg.de/info/waldbrandgefahrenstufen
http://www.mlul.brandenburg.de/wgs/text
Weitere Informationen zu Fragen des Waldbrandschutzes und der Waldbrandgefahr:
http://www.mlul.brandenburg.de/cms/detail.php/bb1.c.392059.de
3.7.2015