Kinderschutz

Kinderschutz ist derzeit in aller Munde. Im Landkreis Teltow-Fläming widmet man diesem Thema große Aufmerksamkeit - aus gutem Grund. Immerhin leben hier rund 30.000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene unter 21 Jahren. Die meisten von ihnen wachsen in zufriedenstellenden Verhältnissen auf. Doch das darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass Themen wie Kinderarmut, Verwahrlosung oder gar Gewalt in der Familie zunehmend eine Rolle spielen.

Kinder, die vernachlässigt, missbraucht oder misshandelt werden, erleiden oftmals schwere Schäden, die Körper und Seele ein Leben lang prägen. Um möglichst vielen jungen Menschen ein derartiges Schicksal zu ersparen, genießt der Kinderschutz im Landkreis Teltow-Fläming eine außerordentlich hohe Priorität.

Das vor drei Jahren gegründete Netzwerk Kinderschutz hat wesentlich dazu beigetragen, dass bedrohliche Lebenssituationen für Kinder und Jugendliche frühzeitig erkannt werden und verschiedene Professionen und Institutionen noch besser zusammenwirken.
Im Jahr 2009 wurden 150 Kinder und Jugendliche im Landkreis Teltow-Fläming vorläufig unter Schutz genommen, das sind 32 mehr als im Jahr 2008.

73 der in Obhut Genommenen waren Jugendliche im Alter ab 14 Jahren. In 77 Fällen handelte es sich um Kinder unter 14 Jahren, darunter 28 unter Dreijährige. Mehr als die Hälfte der betroffenen Kinder und Jugendlichen waren weiblich. In mehr als einem Fünftel der Fälle erfolgte das behördliche Eingreifen auf eigenen Wunsch des Kindes oder Jugendlichen.

Kinder und Jugendliche wurden unter anderem aus folgenden Gründen in Obhut genommen:

- Beziehungsprobleme (33 Fälle)
- Wohnungsprobleme der Eltern (25 Fälle)
- Erziehungsunfähigkeit der Eltern oder eines Elternteils (24 Fälle)
- Krankheit der Eltern (18 Fälle)
- Vernachlässigung (14 Fälle)
- Entwicklungsauffälligkeiten (10 Fälle)
- Seelische Probleme (9 Fälle)
- Verdacht der Kindesmisshandlung (7 Fälle)
- Schul-/Ausbildungsprobleme (3 Fälle)
- Integrationsprobleme im Heim (3 Fälle)
- Straftat des Jugendlichen (2 Fälle)
- Trennung der Eltern (2 Fälle)

Der Kinder- und Jugendnotruf des Landkreises Teltow-Fläming wurde 128 mal in Anspruch genommen. Außerdem gingen im Amt für Jugend und Soziales der Kreisverwaltung 103 Mitteilungen ein, in denen der Verdacht auf Kindeswohlgefährdung geäußert wurde. Dies betraf 185 Kinder. In rund der Hälfte der Fälle (51 Mitteilungen) kamen diese Informationen von Netzwerkpartnern. 32 Mitteilungen erfolgten anonym.

Kinderschutz ist nicht nur Sache von Behörden, Institutionen oder Netzwerken. Alle Bürgerinnen und Bürger haben das Recht und die Pflicht, Kinder und Jugendliche vor Gefährdung zu schützen.

Wer entsprechende Beobachtungen macht oder Unstimmigkeiten wahrnimmt, der sollte sich unbedingt an kompetente Ansprechpartner wenden. In der Kreisverwaltung Teltow-Fläming stehen dafür zur Verfügung:
- Marion Lindner, Teamverantwortliche des Sozialpädagogischen Dienstes, Telefon (03371) 608-3500
- Heike Becker-Heinrich, Kinderschutzkoordinatorin, Telefon (03371) 608-3520