Leben mit dem Wolf

Unlängst berichteten Medien darüber, dass nahe Fernneuendorf ein Schaf gerissen worden ist. Nicht näher genannte Jäger sollen den Riss untersucht und festgestellt haben, dass es sich um einen bzw. den Wolf vom Flugplatz Sperenberg gehandelt haben könnte. Er soll einen 1,80 Meter hohen Weidezaun übersprungen haben. Die Berichterstattung macht deutlich, dass Tierhalter nach wie vor verunsichert sind, wenn es um das Thema Schafsrisse geht - obwohl die Landesregierung alle bei der Tierseuchenkasse des Landes Brandenburg registrierten Tierhalter 2010 über die Rückkehr des Wolfes und die Folgen für die Weidetierhaltung informiert hat. Sie haben die Broschüre „Mit Wölfen leben“ erhalten, die auch im Internet auf der Seite des MUGV Brandenburg zu finden ist.

Besteht der Verdacht, dass ein Wolf ein Weidetier gerissen hat, sollten unbedingt und unverzüglich das Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (LUGV) bzw. die untere Naturschutzbehörde des Landkreises Teltow-Fläming informiert werden. Nur so kann gewährleistet werden, dass sachkundig ermittelt wird. Es wird geprüft, ob der Wolf als Verursacher des Risses in Frage kommt oder dies anhand der Spurenlage, der Auffindesituation und des Zustands des gerissenen Tieres ausgeschlossen werden kann. Ein ganzer Katalog von Kriterien wird dabei herangezogen und alles dokumentiert, damit die Ergebnisse später nachvollzogen werden können. Sie dienen dann als Grundlage für die Schadensregulierung und Maßnahmen zur weiteren Prävention. Gleichzeitig wird der Tierhalter fachkundig beraten, um gegebenenfalls vor Übergriffen von Wölfen in Zukunft besser geschützt zu sein.

Leider wurde im eingangs geschilderten Fall keine zuständige Stelle verständigt. Deshalb bleibt das Vorkommnis höchstwahrscheinlich unaufgeklärt, da nicht mehr nachvollziehbar ist, ob es sich wirklich um einen Wolf gehandelt haben kann. So ist es zum Beispiel sehr unwahrscheinlich, dass ein Wolf einen 1,80 Meter hohen Zaun überwindet. Eher würde er versuchen, ihn zu untergraben oder zu unterkriechen. Das hätte man vor Ort am Zaun überprüfen können.

Auch von den Medien würde sich die untere Naturschutzbehörde eine Recherche bei den Naturschutzbehörden und eine sachliche Berichterstattung wünschen. Dies wäre besser, als mit reißerischen Überschriften die zweifellos in der Bevölkerung bestehenden Unsicherheiten und Vorbehalte bezüglich des „Lebens mit dem Wolf“ zu verstärken.

Für Fragen und Feststellungen zum Thema Wolf stehen als Ansprechpartner zur Verfügung:

Steffen Butzeck, LUGV, Tel. (0174) 1790316
Achim Sommer, untere Naturschutzbehörde, Tel. (03371) 608-2504 bzw. 608-0

Weitere Informationen auf der Homepage des LUGV unter folgendem Link: http://www.lugv.brandenburg.de/cms/detail.php/bb1.c.310418.de?highlight=Wolf

20.6.2013