Veterinäramt

Die Afrikanische Schweinepest (ASP), eine der gefährlichsten Schweinekrankheiten, ist in Europa auf dem Vormarsch. Darauf verweist das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Landkreises Teltow-Fläming und macht auf ASP-Virusinfektionen bei Schwarzwild aufmerksam, die auf der Iberischen Halbinsel, auf Sardinien, zuletzt in der Russischen Föderation und aus Litauen gemeldet wurden.

Vorsichtsmaßnahmen in Wildschweinbeständen und Schweinehaltungsbetrieben

Damit die Krankheit nicht nach Deutschland eingeschleppt wird, müssen auch im Landkreis Teltow-Fläming insbesondere die Wildschweinbestände überwacht und spezielle Maßnahmen in Schweinehaltungsbetrieben unternommen werden:

Verendete Wildschweine und Hausschweine mit den ASP-typischen Krankheitszeichen sind unverzüglich dem Veterinäramt zu melden.
Geschlachtete Tiere sind von einem Tierarzt auf ASP zu überprüfen.
Teile infizierter Tiere sind in einer speziellen Tierkörperbeseitigungsanstalt zu entsorgen.
Küchen- und Speisenabfälle dürfen nicht an Schweine verfüttert werden.
Die Biosicherheit in den Schweinehaltungen ist zu erhöhen.
Schweine dürfen nicht in Ställen untergebracht werden, die von Zecken befallen sind.

Afrikanische Schweinepest - Informationen zur Krankheit

Bei der Afrikanischen Schweinepest (ASP) handelt es sich um eine hoch ansteckende und tödlich verlaufende Krankheit bei Hausschweinen und Wildschweinen. Sie wird durch direkte und indirekte Kontakte, Aufnahme von kontaminiertem Futtermittel und durch bestimmte Zecken übertragen. Krankheitsanzeichen sind Fieber, Nasenbluten, Blutungen in allen Häuten und Schleimhäuten sowie Nekrosen (Gewebeschäden).

ASP gilt als eine der gefährlichsten Schweinekrankheiten; sie beeinträchtigt den Handel und hat erhebliche sozioökonomische Auswirkungen auf den Lebensunterhalt der Bevölkerung.

Einschleppen der Seuche vermeiden

Es gibt weder Impfstoffe, um einer ASP-Infektion vorzubeugen, noch Arzneimittel für eine Behandlung. Daher ist es besonders wichtig, dass ASP-freie Gebiete seuchenfrei bleiben, indem ein Einschleppen der Seuche vermieden wird.

Alle damit verbundenen Seuchenbekämpfungs- und -tilgungsmaßnahmen beruhen auf den klassischen Seuchenbekämpfungsmethoden. Das sind u. a. eine verstärkte Überwachung, epidemiologische Untersuchung, Rückverfolgung der Schweine und Keulung in befallenen Betrieben. Diese Maßnahmen müssen mit strengen Quarantäne- und Biosicherheitsmaßnahmen in Hausschweinebetrieben und der Kontrolle der Verbringung von Tieren einhergehen.

Auch Wildschweine können betroffen sein

Neben den Hausschweinen sind auch Wildschweine anfällig für ASP; die klinischen Anzeichen und das Sterblichkeitsrisiko gleichen denen bei Hausschweinen. Wildschweine scheiden das Virus genauso aus. Um zu verhindern, dass sich das Virus dauerhaft in der Wildschweinpopulation festsetzt und auf Hausschweine übertragen wird, muss die Krankheit bei Wildschweinen rasch bekämpft werden.

Überwachung der Wildschweine

Die Überwachung spielt eine entscheidende Rolle beim frühzeitigen Nachweis von ASP. Daher sollen Wildschweine, die krank oder verendet aufgefunden werden, auf ASP-Viren und ASP-Antikörper untersucht werden. Verendete Wildschweine sind ein wichtiges Alarmsignal, insbesondere wenn sie gehäuft aufgefunden werden.

Derzeit werden im Rahmen des bekannten Monitorings von 60 während einer Jagdsaison im Landkreis Teltow-Fläming erlegten Wildschweinen Proben zur Untersuchung entnommen. In Zukunft müssen auch krank oder verendet aufgefundene Wildschweine, einschließlich der durch Verkehrsunfälle getöteten Tiere, von einem Tierarzt des Veterinäramtes kontrolliert und entsprechend den Bestimmungen auf ASP untersucht werden. Hierbei sei daran erinnert, dass das ASP-Virus ziemlich resistent ist und auch die verwesten bzw. zersetzten Tierkörper geprüft werden können.

Überwachung der Hausschweine

Für Schweinehaltungsbetriebe gilt ein strenges Gesundheitsüberwachungsprogramm. Alle erkrankten oder verendeten Tiere, bei denen ASP nicht ausgeschlossen werden kann, müssen von einem Amtstierarzt kontrolliert und entsprechend den Bestimmungen auf ASP untersucht werden. Plötzlich gehäufte Todesfälle könnten erste klinische Anzeichen sein.

Die wichtigsten klinischen und pathologischen Befunde, die in Betracht kommen, sind:

Fieber in Verbindung mit Erkrankungen und Todesfällen bei Schweinen aller Altersklassen,
Fieber in Verbindung mit Blutungen, vor allem in Lymphknoten, Nieren, Milz (die insbesondere bei akuten Formen vergrößert und dunkel ist) und Harnblase sowie Geschwüre an der Gallenblase.

Um das Vorhandensein von ASP frühzeitig zu entdecken, müssen die Tierärzte auch bei Hausschlachtungen auf diese Erkrankungszeichen achten.

Beseitigung von Tierkörpern

Gemäß EU-Verordnung werden alle Tierkörperteile einschließlich Häuten von Wildtieren als Material der Kategorie 1 eingestuft, wenn der Verdacht besteht, dass sie mit einer auf Mensch oder Tier übertragbaren Krankheit infiziert sind. Dieses Material ist durch die Firma SecAnim zu beseitigen. Im Seuchenfall müssen auch Innereien und sonstige Teile von erlegten oder tot aufgefundenen Wildschweinen beseitigt werden.

Verfütterung von Küchen- und Speiseabfällen

Die Verfütterung von Küchen- und Speiseabfällen ist mit einem hohen Risiko verbunden. Durch diese Praxis können zahlreiche Krankheiten einschließlich ASP in einen gesunden Tierbestand eingeschleppt werden. Die Verfütterung von Küchen- und Speiseabfällen sowohl an Haus- als auch an Wildschweine ist daher verboten!

Biosicherheitspraxis verbessern

Alle Landwirte sind aufgerufen, in ihren Betrieben die Biosicherheitspraxis zu verbessern. Bei Haus- und bei Wildschweinen wird ASP vorranging über den direkten Kontakt zwischen den Tieren und die Aufnahme von infiziertem Material übertragen.

Um die Gefahr des Einschleppens von ASP in einen Schweinehaltungsbetrieb zu verringern, sollten

Schweine nur aus vertrauenswürdigen und zertifizierten Quellen eingestellt werden,
die Beschäftigten gut ausgebildet und informiert sein; ihnen sollte der Kontakt mit Schweinen anderer Betriebe untersagt sein,
Schweinehaltungsbetriebe (vorzugsweise durch Doppelzäune) umzäunt sein, um den Kontakt mit Wildschweinen zu verhindern,
Tierkörper, Schlachtnebenerzeugnisse von Schweinen und Lebensmittelabfälle in geeigneter Weise beseitigt werden,
keine Teile von erlegten oder verendet aufgefundenen Wildschweinen in einen Schweinehaltungsbetrieb gebracht werden,
von einer gemeinsamen Nutzung der Ausrüstung in den Betrieben abgeraten werden.

Darüber hinaus müssen:

am Eingang zu den Betrieben geeignete Reinigungs- und Desinfektionsmittel bereitstehen. Fremde Fahrzeuge und Betriebsmittel sollten ordnungsgemäß gereinigt und desinfiziert werden, bevor sie mit den Schweinen in Berührung kommen; sie sollten jedoch nicht in den Betrieb gelangen,
von allen Personen, die mit (Haus- und/oder Wild-) Schweinen in Kontakt kommen, angemessene Hygienemaßnahmen getroffen werden.

Besuchern sollte vom Betreten der Schweinehaltungsbetriebe, insbesondere der kommerziellen Betriebe, abgeraten werden.

Zeckenbekämpfung

Einige infizierte Zeckenarten sind in der Lage, das ASP-Virus lange - mindestens fünf Jahre - in sich zu tragen und dieses wieder auf Haus- und Wildschweine zu übertragen. Darüber hinaus können Lederzecken das Virus auch von einer Zecke zur anderen übertragen. Diese Zecken sind in vielen Gebieten Afrikas und in bestimmten Teilen der Iberischen Halbinsel in den Schweinebuchten verbreitet.

Nicht genau bekannt ist, inwiefern diese Zecken in anderen Gebieten Europas vorkommen. Die Zecken sind in älteren Schweineställen zu finden, wo sie sich in Ritzen und Oberflächen mit ausreichender Feuchtigkeit verstecken. Zecken sind langlebig und können lange ohne Futter auskommen. Daher bleibt die Beseitigung von Zecken aus alten Schweineställen erfolglos. Schweine sollten nicht in befallenen Gebäuden untergebracht werden.

Bitte um erhöhte Aufmerksamkeit

Das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt Teltow-Fläming bittet Landwirte, Jäger, Forstmitarbeiter und Umweltschützer um erhöhte Aufmerksamkeit. Jedes verendete Hausschwein mit entsprechenden Krankheitszeichen sowie jedes verendet aufgefundene Wildschwein ist unbedingt dem Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt zu melden.

Kontakt: Telefon (03371) 608-2201 während der Dienstzeit, sonst über den amtstierärztlichen Bereitschaftsdienst, der unter www.teltow-flaeming.de veröffentlicht ist.