Begeisternder Heimsieg gegen die Artland Dragons

(Von Marcus Boljahn)
Am Ende hielt es keinen der über 300 Zuschauer in der Kleinmachnower
Sporthalle der Berlin Brandenburg International School mehr auf dem
Sitzplatz. Es gab Standing Ovations für den RSV Eintracht, der soeben als
Tabellenschlusslicht den favorisierten Tabellenzweiten Artland Dragons
mit 95:86 (45:47) bezwungen hatte. Damit haben sich die Brandenburger selbst das bestmögliche
Weihnachtsgeschenk gemacht. Zwar wird die Mannschaft von Trainer Denis Toromon den
Jahreswechsel dennoch auf dem letzten Platz begehen müssen, jedoch gab es nach zuletzt guten
Leistungen und diversen knappen Niederlagen mit dem dritten Saisonsieg nun endlich wieder ein
Erfolgserlebnis. „Eigentlich schade, dass jetzt die Weihnachtspause kommt. Aber dennoch gehen
wir in diese mit dem Wissen, dass wir gegen solche Gegner nicht nur mithalten, sondern auch
gewinnen können.“, gab ein glücklicher Coach Toroman zu Protokoll.
„Ich hatte im Vorfeld ein wenig Angst, dass einige Spieler mit dem Kopf womöglich schon in der
Weihnachtspause bei ihren Familien sind.“, doch diese Sorge des Trainers sollte sich als
unberechtigt herausstellen. Von Beginn an trat sein Team fokussiert auf, wobei ein Dreier von
Michael Holton zum 9:2 Gästecoach Florian Hartenstein bereits zur ersten Auszeit nach nur vier
Minuten zwang. In der Folgezeit entwickelte sich ein attraktives und phasenweise hochklassiges
Basketballspiel, wo beide Mannschaften mit hohen Wurfquoten und geringen Fehlerquoten
glänzten. Die zwischenzeitliche 34:26 Führung des RSV beantworten die Gäste aus Quakenbrück
postwendend mit einem 0:7 Lauf. André Calvin brachte die Niedersachsen mit dem Halbzeitsignal
sogar erstmals mit 45:47 leicht in Führung. Frisch aus der Kabine kommend gab Luka Kamber per
Dreipunktewurf gleich wieder die Richtung an, in die es gehen sollte. Nach diversen
Führungswechseln war es dann in der 27.Minute der sehr starke Michael Holton, der mit einem
Dreier einen 8:0 Lauf einleitete, den Julius Stahl ebenfalls per Distanzwurf eine Minute später
unter dem Jubel der Fans zum zwischenzeitlichen 64:57 abrundete. Spätestens hier lag der
Überraschungscoup erstmals in der Luft. Anders als in den letzten Spielen, lief man diesmal keinem
Rückstand hinterher, sondern es hieß den eigenen Vorsprung zu verteidigen. Angeführt vom
überragenden Holton (am Ende 39 Punkte) schaffte es die junge RSV-Mannschaft die
Niedersachsen nicht mehr näher als vier Punkte Differenz heran zu lassen und am Ende den Sieg an
Freiwurflinie klar zu machen.
Josh Smith mit 20 Punkten und 14 Rebounds war gewohnt stark. Wichtig für den Erfolg waren aber
die Impulse der weiteren Spieler, wie von Tim Decker, der von der Bank kommend alle seine drei
Dreipunktewürfe einnetzte. Luka Kamber kam auf zehn, Colin Craven auf acht Punkte. „Wir haben
uns heute endlich belohnt. Die Mannschaft hat toll gespielt und bei ein paar Würfen hatten wir
zugegeben heute auch ein bisschen Glück. Aber das haben wir uns erarbeitet.“, analysierte RSVCoach
Toroman. Sein Gegenüber Florian Hartenstein war dagegen entsprechend enttäuscht:
„Stahnsdorf war deutlich aggressiver als wir und unter den Körben überlegen. Wir mussten auf zwei
Aufbauspieler verzichten, aber das darf keine Entschuldigung dafür sein, dass uns Michael Holton
39 Punkte einschenkt.“ Für den RSV startet das neue Jahr dann mit zwei Ostderbys, zunächst in
Rostock und am 14.1. dann daheim gegen Bernau.

RSV: Holton 39, Smith 20, Kamber 10, Decker 9, Craven 8, Stahl 6, Drews 3, Levron, Kirchner,
Paul, Hildebrandt - , Ogette -